Hallo, Kunde?

"Kunden gewinnen kann nur der,

der Kunden das Gefühl gibt, zu gewinnen."

Georg Wilhelm Exler

Das Problem ist bekannt: Ein Kunde beauftragt eine Dienstleistung, diese wird ausgeführt, anschließend keine Rückmeldung mehr von Seiten des Kunden. Was kann ich tun, wenn dieser Fall eintritt?

 

Hier gibt es verschiedene Ansätze. Gehen wir davon aus, dass der Kunde uns nicht einfach abzockt und Rechnungen nicht bezahlt, sondern einfach den Kopf voll mit anderen Dingen hat und nicht zum Antworten kommt. Wenn bis dato nur das Angebot erstellt und noch keine Leistung in Anspruch genommen wurde und somit auch kein Vertrag vorhanden ist, so heißt es meistens "Pech gehabt." Gibt es allerdings bereits einen Vertrag / ausgeführte Dienstleistungen aufgrund eines bestätigten Auftrages und der Kunde reagiert einfach nicht mehr, gibt es Möglichkeiten.

 

Für größere Aufträge, die sich über mehrere Monate ziehen, vereinbare ich mit dem Vertrag eine monatliche Zahlung - bei Vereinbarungen auf Stundenbasis werden die einzelnen Stunden in Rechnung gestellt - bei Projekten wir eine monatliche Summe vereinbart. Bisher hatte ich keinen Kunden, der dies abgelehnt hat - für ihn wird die Summe auf mehrere Monate verteilt, ist somit angenehmer zu Zahlen. Für mich ist es eine "Sicherung" des monatlichen Einkommens, denn auch ich muss meine Miete, Versicherungen und mein Essen bezahlen. Nun ist es so, dass ich einen Kunden habe, mit dem es einen Vertrag gibt, in dem die monatliche Zahlung vereinbart wurde. Leiste ich etwas, werden Rechnungen auch ohne Widerstand gezahlt. Allerdings haben wir eine riesige ToDo-Liste mit etlichen Dingen, die gemacht werden sollen, der Kunde hat aber aktuell überhaupt keine Zeit dafür, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. 

 

Ich persönlich bespreche lieber Dinge in einem persönlichen Gespräch mit dem Kunden, vor allem zu Beginn der Zusammenarbeit ist das sehr wichtig. Irgendwann ist es aber notwendig, Dinge telefonisch oder schriftlich via Mail zu kommunizieren. Wenn ich Unterlagen an meine Kunden sende, frage ich meist telefonisch nach, ob alles eingegangen ist. Nach etwa 7-10 Tagen frage ich noch einmal per Mail nach, wie der Status ist und welche Dinge als nächstes erledigt werden sollen. Tritt nun der Fall ein, dass auch nach der zweiten Mail keine Antwort kommt, versuche ich es noch einmal telefonisch. Im worst case geht der Kunde nicht ans Telefon - und Telefonterror möchte ich dann auch nicht betreiben.

 

Nun gibt es in den meisten Firmen aber so etwas wie "eine gute Seele" - Assistentin, Sekretärin, Frau vom Chef, egal wie man diese Person bezeichnet, irgendjemand ist immer da, der unterstützt und über alles Bescheid weiß. Diese Person ist meine letzte Instanz - sie versuche ich telefonisch zu kontaktieren und ihr den Sachverhalt zu erklären. Diese Menschen sind meist sehr gut organisiert und haben Einblick in Termine und Arbeitspensum meines Vertragspartners. Hier gibt es die Möglichkeit, dass die "gute Seele" mich darüber informiert und Bescheid gibt, ob ich eine Rückmeldung erhalte oder es mir ermöglicht, einen Telefontermin mit meinem Vertragspartner zu vereinbaren.

 

An dieser Stelle zeigt sich dann, wie weiter gearbeitet wird. Ist das Ergebnis hier, dass einfach keine Zeit ist, da zu viele wichtigere Projekte vorliegen (jeder muss Geld verdienen, dass ist den meisten wichtiger, wie Geld für Gestaltung, Kommunikation, etc. auszugeben) - dann muss man irgendwann damit leben. Hier lernt man dann, wie man mit der Situation, Verträgen und Zahlungsvereinbarungen mit Kunden umgeht, um auch das eigene Einkommen zu sichern. 

 

Ich habe mit meinem Kunden vereinbart, dass ich seine Sachen bei Seite lege und warte, bis er sich meldet. Entweder er tut dies - oder eben nicht. 

(Tipp am Rande: Niemals auf einen großen Kunden alleine verlassen, springt dieser ab, zahlt nicht oder setzt neue Prioritäten zu meinen Ungunsten, so habe ich wahrscheinlich ein finanzielles Problem. Also immer mehrgleisig fahren, was die Aufträge und Kunden angeht ;-)

Tschüss, Komfortzone.

"Die studiert was mit Kunst. Also sowas wie Malen."

 

"Nein, Malen war im Bachelor, da durften

wir nur Buchstaben ausmalen. Heute ist es Malen PLUS,

da darf man auch außerhalb der Buchstaben malen."

 

Im März des vergangenen Jahres hatte ich nach 3,5 Jahren meinen Bachelorabschluss erreicht. Nach 3,5 Jahren Fernstudium, Grafik Design. Montag bis Freitag arbeiten, Samstag in die Uni, manchmal Abends Vorlesungen online. Klingt einfach, ist aber nicht zu unterschätzen. Man verzichtet auf viel. Aber man will es ja erreichen, den Abschluss, die eigenen Erwartungen erfüllen.

 

Schon vor der Bachelor-Prüfung war für mich klar, dass ich auch noch meinen Master machen will. Freunde fragten "Und was kannst du dann damit machen?" - "Weiß noch nicht, aber es macht Spaß."

 

 

Das virtuelle Masterstudium macht es mir möglich, von zu Hause aus mein Studium durchzuführen. Ich muss an keine Hochschule nach "sonst-wo" fahren, nicht umziehen, nicht stundenlang im Stau stehen und hoffen, dass ich pünktlich zu irgendeiner Klausur komme. (Ok, man muss auch Prüfungen ablegen und an die Hochschule fahren, aber eben nicht jeden Tag.) Das virtuelle Studieren war zu Beginn total komisch, man hat selbst das Gefühl, dass man "nichts Richtiges" studiert. Sitzt man doch nur stundenlang vor dem Computer, diskutiert, bespricht, entwickelt Ideen, Konzepte, schreibt Gedanken nieder, lauscht den Worten der Professoren und erlernt neue Dinge. Wo ist da dann noch der Unterschied? Nach über einem Jahr kann ich sagen, es ist toll, praktisch und ich lerne sehr sehr viel, vielleicht viel mehr, wie wenn ich gestresst in einer Hochschule ankommen würde und in den Raum der Vorlesung hetzen müsste, weil ich Mal wieder zu spät bin. 

 

Heute, zu Beginn des 3. Semesters im Master weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, den Master zu machen. Ich gebe zu, ich habe oft geflucht, war genervt, vor allem von mir selbst. Viel Freiraum, neue Gedanken und dann ist da noch die Komfortzone: Job, Einkommen, Sicherheit. Ich habe sie verlassen, gestartet in die Selbstständigkeit, Freiheit, mein eigener Chef. Das Studium hat mich sicherlich nicht auf solche Dinge wie "an wen muss ich mich bei Fragen wenden?" - Versicherungen, Finanzamt, Steuern, Kunden - das macht sich alles nicht alleine, muss aber gemacht werden. Viele Telefonate, viele Briefe, etliche E-Mails, aber irgendwann schafft man auch das. Es ist ärgerlich, dass man kein Handbuch von der Hochschule bekommt mit dem Titel "Was du tun musst, wenn du dich entschließt deine Komfortzone zu verlassen." Aber man kann alles schaffen und diese Erfahrungen machen einen reicher.

 

Wobei hilft mir denn nun mein Studium? Neue Gedanken, Konzepte, kreative Ideen, Kundenumgang, Umgang mit mir selbst, Selbstreflexion - ich würde sagen es hat mich erwachsener gemacht, was meine Arbeitsweise angeht.